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Kommunikation verbessern

Im Umgang mit Kunden und Designern – Ein paar Kommunikationsschwierigkeiten die ich feststellen durfte.

Fehler Nr.1 – Gar nicht mal so übel…

Berechtigte Komplimente sind erst einmal eine gute Sache. Loben ist durchaus ein gutes Stilmittel in der Mitarbeiterführung und verbessert die Beziehungen sowie den Teamgedanken. Es signalisiert Anerkennung und Wertschätzung des Gegenübers. Da wir uns im deutschen Kulturkreis befinden, in dem eher zu wenig gelobt wird als zuviel, sollte man sich dennoch Gedanken machen über richtiges Loben. Wenn man das Gefühl hat jemanden loben zu müssen, weil er schon lange nicht mehr gelobt wurde oder gerade den Anschein macht ein Lob zu benötigen, sollte man erstens nicht wahllos darauf losloben und erst recht nicht mit einer Negierung des eigentlichen Lobes einsteigen.

Ein ehrliches Lob welches durchweg positiv Formuliert ist und sich auf eine spezielle Sache bezieht wirkt immer authentischer und damit auch wertschätzender. Zum bsp.: »Dass du dich im Meeting dafür eingesetzt hast fand ich richtig gut!«  – Es geht an jeder Stelle immer Besser und jeden Sachverhalt würde man anders Lösen aber Annerkennung für funktionierende Wege anderer Menschen beweist Größe und eine gewisse Selbstreflexion.

Fehler Nr.2 – Wir müssen das nochmal ändern….

Diesen Satz kennt jeder der sich in einem Projekt befindet. Das »Wir« meint eigentlich »Du« und du bist damit alleine gelassen. Warum einen vermeintlichen Teamgedanken kommunizieren, wenn jeder anwesende weiß, dass es nur einen Trifft. Am Ende hat es nur negative Auswirkungen: Auf den Teamgedanken welcher nicht ernstgenommen wird und auf die Beziehungen, weil Unehrlichkeit demonstriert wird.

Ehrlichkeit ist an dieser Stelle angebracht! Der angesprochene weiß was auf ihn zukommt, zusätzlich sind Zuständigkeiten geklärt und niemand kann sich herausreden.

Fehler Nr.3 – Das ist doch ganz leicht, wenn man den Text gelesen hat!

Eigentlich ein Satz mit dem man einen Kommunikationsdesigner zum weinen bringt oder in ein Leben in schwarzen Humor stößt. Es setzt erst einmal voraus, sich nicht inhaltlich mit der Materie zu beschäftigen – was einem Kommunikationsdesigner der seine Profession ernst nimmt nicht passieren sollte – und zweitens, dass man auf die Ebene des »Schönmachers« degradiert wird. Das zeigt eine geringe Wertschätzung der Dienstleistung die man anbietet.

Weiterhin sollte niemand, der sich in einem komplexen Themenfeld befindet davon ausgehen, dass man es direkt verstehen kann! Der Designer versucht durch Recherche und Fragen sich ins Themenfeld einzuarbeiten, wenn er das zu kommunizierende nicht versteht liegt es entweder daran, dass es zu komplex ist – und somit auf jedenfall zu komplex für den Normalanwender – oder nicht ausreichend erklärt wurde. Hierbei sollte man als Kunde wirklich nicht mit dem Zeigefinger auf den Designer zeigen, denn mal ehrlich: Verstehen Sie etwas von einem frequenzmoduliertem Raster?

Fehler Nr.4 – Ich will ja nicht meckern, aber…

Kritikfähigkeit ist zugegebener Weise nichts, was in den Genen verankert ist. Man muss erlernen mit Kritik umzugehen und das kann sich von Individuum zu Individuum unterscheiden. Kritikfähigkeit geht aber auch damit einher, wie Kritik angewandt wird. Beginnt man seine Kritik mit einer Negierung so klingt es direkt persönlich und erschwert die Zusammenarbeit sowie die Motivation im Projekt. Zusätzlich wird etwas völlig falsches suggeriert, da man ja genau das gerade tun möchte – nämlich meckern!

Eine positiv formuliert Kritik funktioniert für alle Beteiligten besser, dabei soll nicht gemeint sein etwas zu beschönigen, sondern das zu bemängelnde auf eine sachliche Ebene zu reduzieren (»In dem Punkt wäre das noch etwas verbesserungsfähig«). Bevor man also kritisiert, sollte man sich kurz darüber Gedanken machen, was eigentlich kritisiert werden soll und wie es besser werden kann, somit kann man eine lösungsorientierte Kommunikation entwickeln und das Projekt motiviert beenden.